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PRESSEARCHIV
Die Bagger stehen nicht still
Ellerbrock blickt in die Zukunft
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Mit vier Schwergeräten im Einsatz sorgt ein Abbruchunternehmen für die saubere Bodenplatte, die Grundlage
für den Wiederaufbau.
Die verheerenden Spuren des Feuer-infernos bei Ellerbock in Henstedt-Ulzburg sind noch nicht endgültig beseitigt.
Die Bagger fressen sich durch Stahl- und Steinschrott, um die Fläche, auf der die abgebrannte Produktionshalle
stand, für den Wiederaufbau vorzubereiten.
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Für Diplom-Ingenieur Matthias Leppert, für die Produktion und Materialwirtschaft verantwortlich, stehen die
Zeichen ganz auf Aufbruch: "So schlimm der Brand auch für Mitarbeiter und Management war, so öffnet er uns auch
den Weg in die Zukunft", kommentiert der Prokurist die Situation. An gleicher Stelle entsteht Europas modernstes
Werk für Runderneuerungsmaterial.
Das Ellerbrock-Werk arbeitete am Standort Henstedt-Ulzburg seit zehn Jahren. Der Maschinenpark war deshalb auch
relativ neu. "Es wird in der neuen Fabrik sicherlich keine neuen Technologien eingesetzt werden können, dafür hat
sich im Runderneuerungs-Herstellungsprozess zu wenig geändert, aber neue Maschinen erreichen bessere Effizienz", da
ist sich Leppert sicher.
Marketingdirektor Dirk Rohmann sieht ebenso wie Leppert durch den herben Schlag durch das fürchterliche Feuer
eine Chance und Herausforderung für die Zukunft. Der Zuspruch durch den Wettbewerb konnte zwar nicht die Wunden des
Runderneuerungsspezialisten heilen, er wirkte aber heilsam für das Gemüt. Sofort nach Bekanntwerden des Brandes
boten u. a. Continental, Kraiburg und Bandag Hilfestellung an. Auch die Kunden zeigten Verständnis, wenn es darum
ging, die Liefertermine nach hinten zu verschieben.
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Auf dem Bild (Stand: 08.12.2003) sieht es bei Ellerbrock noch chaotisch aus. Die Zeichen stehen heute ganz
auf Wiederaufbau.
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Schnell entschlossen reagierte die Muttergesellschaft Marangoni aus Italien. Noch während die Flammen auf dem
Werksgelände durch die Feuerwehren bekämpft wurden, saß das Topmanagement von Marangoni und Ellerbrock in den Büros
mit Blick auf die Brandherde in Henstedt-Ulzburg. "Die Szenerie wirkte schon unwirklich, wie wir die Zukunft des
neuen Werkes planten und der Rauch des abgebrannten Werkes noch nicht verzogen war", erklärte Marketingchef Dirk
Rohmann. Marangoni ließ keinen Zweifel daran, dass das Werk wieder an gleicher Stelle aufgebaut wird. Nicht einen
Augenblick schielte die Muttergesellschaft auf Leichtlohnländer, um dort gegebenenfalls ein neues Werk zu errichten.
"Die Planungen am Reißbrett haben bereits begonnen", erläutert Matthias Leppert den Fortgang der Arbeiten.
"Wir stecken die Investitionen in die Erneuerung, dadurch sind die geplanten Erweiterungen eingeschlossen", ergänzt
Leppert. Ebenso schnell wie beim Wiederaufbau reagierten die Marangoni- und Ellerbrock-Manager bei der
zwischenzeitlichen Produktionsverlagerung nach Italien. 20 Mitarbeiter aus Henstedt-Ulzburg flogen nach Italien,
um dort die fehlenden Runderneuerungsmaterialien zu produzieren. Höhere Kosten für die Produktion gehen zu Lasten
Ellerbrocks, "die Kunden können nicht durch eine neue Vollkalkulation damit belastet werden. Wir sind froh, wenn
uns die Kunden die Treue halten", erklärt Rohmann. Und da sind Leppert und Rohmann zuversichtlich: "Unsere Kunden
beweisen, dass Gummi klebt und bindet, in schwierigen Zeiten zusammenhält."
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Die Entscheidung, dass Werk wieder aufzubauen, nahm vielen Mitarbeitern die Sorge um ihre Existenz. Dennoch musste
Ellerbrock 65 seiner 125 Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken. Das Management plagt neben des Mitarbeitereinsatzes
noch andere Sorgen: die Abwicklung des zweistelligen Millionenschadens mit den Versicherungen. "Das nimmt einfach
Zeit in Anspruch", wissen Rohmann und Leppert.
Glück im Unglück besaß die Ellerbrock Reifenrunderneuerungs-Technologie GmbH, dass der Brand der Produktionshalle
sich nicht auf die Mischerei, die Logistik und das Verwaltungsgebäude ausgeweitet hat. Die Flammen übersprangen
zwar in der Produktionshalle Brandschutzwände, erreichten die anderen Gebäude aber deshalb nicht, weil die "Grünen"
beim Bau der Anlage in Henstedt-Ulzburg darauf bestanden, Bäume an einem Verbindungsweg nicht abholzen zu lassen.
Ebenfalls positiv wirkten sich die "aufgebauten" Lager aus. Zum Ende der Hochsaison war das Lager gut bestückt.
Deshalb kam es nur zu geringen Engpässen, die dann durch die Produktion in Rovereto gemindert wurden. "Natürlich
konnten wir unser Versprechen ‚24-Stunden-Lieferung' nicht mehr einhalten", erklärt Dirk Rohmann. Auch die
Rennergrößen der Formteile, mit denen Ellerbrock 1.200 verschiedene Artikel produziert, konnten gerettet werden.
Im Jahr 2002 verarbeitete das Unternehmen 15.000 Tonnen Rohmaterial und erzielte einen Umsatz von 33 Millionen
Euro. (mu)
Quelle: Gummibereifung 01/2004
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