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Ellerbrock startet jetzt neu durch.
Nach dem Brand werden 20 Millionen Euro investiert.

Henstedt-Ulzburg. Gut ein Jahr ist es her, als bei dem größten Feuer in der Geschichte der Gemeinde bei Ellerbrock Reifenrunderneuerungs-Technologie ein Schaden von 18 Millionen Euro entstand. Die 6500 Quadratmeter große Produktionshalle der Gummifabrik wurde ein Raub der Flammen. Nun bereitet sich die Gummifabrik auf sein Comeback vor. Im nächsten Jahr will Ellerbrock mit modernster Technik seine alte Stellung am Markt zurückgewinnen.

 
 


Das ist erster Linie der für vulkanisierte Laufstreifen. Die verkauft der Spezialist an Runderneuerer, zu denen auch namhafte Neureifenhersteller zählen. „Zum Glück konnten wir einen Notbetrieb fortführen und so Kunden halten“, Vorsitzende der vierköpfigen Geschäftsführung Klaus Zimmermann. Die italienische Muttergesellschaft Marangoni stellte im Werk in Rovereto Kapazitäten für die Herstellung von Reifenrunderneuerungsmaterial zur Verfügung. Bis zu 20 Beschäftigte aus Henstedt-Ulzburg arbeiteten für eine Übergangszeit in Zwei-Wochen-Intervallen in Nord-Italien. Marangoni ist Mehrheitsgesellschafterin bei der Ellerbrock GmbH mit 7,2 Millionen Euro Stammkapital.

Über 18 Millionen Euro Gesamtschaden entstanden durch das Feuer. Bis 2006 werden 20 Millionen Euro in den Wiederaufbau investiert. Das modernste Werk seiner Art im Europa wird errichtet. Der Vergleich zum Aufstieg des Vogels Phoenix aus der eigenen Asche bietet sich an. Eine neue Produktionshalle wurde auf dem alten Fundament gebaut. Die ersten Maschinen stehen schon. „Mit der neue Presse machen wir seit Anfang November die ersten Probeläufe. Es fehlen aber noch weitere Anlagen. Der ganze Produktionsprozess wird dem aktuellen Stand der Technik entsprechen“, verrät Dirk Rohmann, Geschäftsführer für Vertrieb und Marketing. Allerdings handele es sich um Spezialmaschinen, die bisher noch nie so kombiniert waren. Daher dürfte es bis zur Endabstimmung noch eine Weile dauern. Dennoch ist das Ziel von Ellerbrock für 2005 ehrgeizig. „Wir wollen 85 Prozent der Produktion des letzten normalen Jahres erreichen“, sagen Zimmermann und Rohmann. Das war 2002. Damals wurden 15000 Tonnen Rohmaterial zu über 1200 unterschiedlichen Artikeln verarbeitet. Damit erzielte Ellerbrock einen Umsatz von rund 33 Millionen Euro.

Rund 700 Kunden hatte Ellerbrock vor dem Feuer. Die meisten von ihnen konnten gehalten werden. Dabei halfen glückliche Begleitumstände beim Brandunglück. Einer davon war, dass weder das Logistikzentrum mit dem Lager noch die Mischerei durch die Flammen zerstört wurden. Daher kamen Gummimischungen für Kunden weiterhin aus Henstedt-Ulzburg. Weiterhin half, dass das bei Marangoni hergestellte Material als Ellerbrock-Ware verkauft wurde. Zimmermann ist sich sicher, dass dem Gummifabrikanten das Comeback glückt. Denn die Perspektiven für den Markt für runderneuerte Reifen seien generell gut. Dafür sprechen nach Ansicht des Geschäftsführungsvorsitzenden die Vorteile für die Kunden. „Die Laufleistung eines runderneuerten Reifens steht dem eines Neureifens kaum nach. Dabei bezahlt der Kunde für den runderneuerten Reifen beispielsweise im Bereich Lkw nur halb soviel wie für einen Neureifen“, führt Zimmermann an. Und nicht nur rein betriebswirtschaftliche Argumente sprächen für die Runderneuerung. Auch vom Umweltschutz her gesehen, stimme bei ihnen die Bilanz. „Für Herstellung eines Neureifens wird die Energie von 25 Liter Öl verbraucht; für einen runderneuerten Reifen ist dies ein 3-Liter-Wert“, so Zimmermann.
Sollte das Comeback gelingen, hoffen Zimmermann und Rohmann den Mitarbeiterstamm zu halten. Bislang hielt sich der Personalabbau nach dem Feuer in Grenzen. Lediglich bei zehn Beschäftigten wurden ausgelaufene Verträge nicht verlängert. Derzeit stehen 110 Beschäftigte bei Ellerbrock in Lohn und Brot. Ob dies auch so bleibt, wird sich zeigen. „In den vergangenen Monaten hat sich unserer Stamm bewährt. Fundierte Aussagen können allerdings wohl erst 2006 getroffen werden. Dann wird unsere Muttergesellschaft entscheiden, wie es weiter geht“, so Zimmermann und Rohmann.

Quelle: Kieler Nachrichten 1.12.04, Dezember 2004

 

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