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Eine weitere unterschriebene Auftragsbestätigung liegt vor. Und die stammt obendrein von einem der "ganz Großen"
in der bundesdeutschen Runderneuerungslandschaft: Reifen Ihle. Das in Günzburg angesiedelte Unternehmen hat eine
Belegemaschine vom Typ Ringtreader 2000, die bis zu 120 automatische Belegungen pro Arbeitsschicht - inklusive
Auftragen der Bindeplatte - erlaubt, bestellt, die nach dem Ende der Sommerferien installiert werden soll. Eine
weitere 2000er Maschine (Investitionsvolumen: 105.000 Euro) geht an Reifen Lorenz. Speziell für kleinere Runderneuerer
wurde dagegen die Maschine "Ringtreader 1000" (Preis: 60.000 Euro) entwickelt. "Der typische Runderneuerer wird
weiterhin mit Streifen arbeiten, wahrscheinlich dort sogar sein Hauptbetätigungsfeld sehen, aber 'etwas Ring' gerne
dazu nehmen", kommentiert Zimmermann die Produktphilosophie und widerspricht damit der nahe liegenden Annahme, Ringtread
eigne sich lediglich für die Großserienfertigung. Viel wichtiger als das Kriterium der Größe eines Betriebes sei bei der
Beurteilung, ob eine Produktion nach dem Ringtread-Verfahren Sinn mache, seine Abnehmerstruktur.
Dazu Zimmermann: "Je höher der Endverbraucheranteil innerhalb der Kundenstruktur, desto besser können die Vorteile voll
zum Einsatz gebracht werden."
Die deutschsprachigen Anrainer wurden vor einigen Monaten ebenfalls aktiv in den Vertrieb aufgenommen. In Österreich habe
man bereits einige interessante Gespräche geführt. Auch in Dänemark soll sich nach Aussage Zimmermanns in der nächsten
Zeit "noch einiges tun". Genaueres war den Verantwortlichen hierzu allerdingsnoch nicht zu entlocken. Getreu dem
hanseatisch-kaufmännischen "Understatement", spricht man auch bei Ellerbrock über geschäftliche Transaktionen erst, wenn
die Sache "in trockenen Tüchern" ist. Interessierte Runderneuerer hätten - dies wird betont - jedoch große Chancen,
sich mittels Ringtread-Fertigung von den übrigen kalterneuernden Kollegen in der Region abzuheben.
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"Viele Endverbraucher scheuen runderneuerte Reifen wie der Teufel das Weihwasser. Sie tendieren immer zum Neureifen,
weil für sie der Preisvorteil, den runderneuerte Reifen bedeuten, durch Ausfallzeiten infolge erhöhter
Pannenanfälligkeit komplett wegfällt oder sich u. U. sogar ins Gegenteil verkehrt", weiß Clemens Zimmermann.
"Diese Kunden wollen wir mit Ringtread auf den Geschmack eines runderneuerten Reifens bringen." In erster Linie
gehe es den Flottenbesitzern darum, dass das von ihnen eingekaufte Produkt funktioniere. Mit dieser Strategie
sei man bislang erfolgreich gewesen. Zimmermann junior: "Aus jedem Besuch, den wir bei potenziellen Endverbrauchern
durchgeführt haben, ist bislang mindestens eine Testbestellung resultiert." Man habe generell festgestellt, dass
sich der Ring besonders dann gut verkaufen lasse, sobald der Runderneuerer einen direkten Kontakt zum
Endverbraucher hat. "Der Zwischenhandel interessiert sich am Ende doch nur für seine eigene Marge. Wer den
Endverbraucher direkt bedienen kann, ist am Ende der König", so der Organisationsleiter.
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Diese optische Differenz bringt es mit sich, dass der Ring einfach besser aussieht, denn er kann systembedingt
nur konform aufgetragen werden, so dass das Profil mit einem Neureifen absolut identisch ist. Für eine
Kundenklientel wie Busunternehmer ist dies ein nicht zu unterschätzendes Kriterium. Das von dem Runderneuerer
hergestellte Endprodukt hat weniger potenzielle Fehlerquellen als beim herkömmlichen Verfahren: Die Haftung
zwischen Karkasse und Ring-Laufstreifen ist in Quer- und Längsrichtung optimal, weil Rauhkontur und
Ring-Wölbung exakt zueinander passen. Die lasergesteuerte Aufbringung des Ringes soll im späteren Betrieb
besten Rundlauf garantieren.
Neben der Zeitersparnis in der Produktion wird deutlich weniger Material verbraucht, weil keine Reststücke
anfallen. Die geringe Dicke des Ringes im Schulterbereich, das Vermeiden der Stauchung am Stoß sowie auch
die geringere Untergummistärke (durch die gleichmäßige radiale Pressung des Ringes möglich) schalgen als
Gewichtseinsparungen zu Buche. Nachdem der Ring vorvulkanisiert wurde und sein Profil erhalten hat, wird er
- schneckenförmig aufgewickelt - zum Runderneuerer transportiert. Der hohe Automatisierungsgrad ermöglicht
es zudem, dass der Bediener des Ringtreaders 1000/2000 zwischendurch noch andere Arbeiten verrichten kann.
Nicht zuletzt beanspruchen beide Maschinentypen relativ wenig Raum. Der Runderneuerungsbetrieb kann
effizienter und flexibler arbeiten.
Bei seiner Argumentation unterstreicht das Unternehmen auch gerne seine Zusammenarbeit mit Neureifenherstellern
(z.B. Goodyear und Pirelli). Des Weiteren wird mit einer großen Bandbreite an modernen Neureifenprofilen
geworben, wobei der Schwerpunkt auf Profilen für den Fern-, Regional-, Stadt- und Busverkehr liegt.
Was das Produkt darüber hinaus vom Wettbewerb abheben soll, das soll in den so genannten "Value Addits"
zum Tragen kommen. Clemens Zimmermann nennt es schlicht und ergreifend "die sieben magischen Buchstaben - Service".
Darunter fallen z.B. bundesweit garantiert 24-Stunden-Lieferservice, eine umfassende technische Betreuung,
die kontinuierliche Begleitung bei der Produktionsoptimierung sowie auch die Unterstützung bei
Zertifizierungsfragen in Sachen ECE 109 bzw. ISO 9000.
Quelle und Fotos: NEUE ReifenZeitung 8/2001
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