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NEUE
REIFENZEITUNG:
Was war nach Ihrem Dafürhalten die bedeutendste Veränderung auf dem europäischen Runderneuerungsmarkt im vergangenen Jahr?
Marco Mandrioli:
Es gibt zwei bedeutende Signale. Erstens, nach etwa zehn Jahren hörte der Runderneuerungsmarkt auf zu schrumpfen, und zweitens hat die unglaubliche Verteuerung von Rohstoffen und Energie die Profitabilität der Marktteilnehmer beeinflusst. Diese waren gezwungen, die Preise zwei, drei Mal pro Jahr anzuheben.
NEUE REIFENZEITUNG:
Wie nachteilig ist der Import von
Low-Budget-Lkw-Reifen aus dem
Fernen Osten für die europäische Runderneuerungsindustrie?
Marco Mandrioli:
Zusätzlich zur schlechten Qualität dieser importierten Produkte ist
das eigentliche Problem, dass diese Reifen nicht runderneuerbar
sind. Diese Tatsache verschlimmert die Karkassenknappheit noch
weiter.
NEUE REIFENZEITUNG:
Begehen Kunden einen Fehler, wenn sie billige Importe europäischen Runderneuerungen vorziehen?
Marco Mandrioli:
Ja natürlich. Viele mittlere, kleine und ganz, kleine Flotten analysieren nicht genau genug - oder gar nicht - die Kilometerkosten dieser nicht runderneuerbaren Reifen. Instinktiv vergleichen diese Flotten die Anschaffungskosten für einen billigen, neuen Importreifen mit einem Runderneuerten und verlieren dadurch die Möglichkeit eine gute Runderneuerung zu erhalten, deren Eigenschaften und
Performance sowie Laufleistung denen eines qualitativ hochwertigen europäischen Neureifens entsprechen.
NEUE REIFENZEITUNG:
Was wäre notwendig, um diesen Trend zu stoppen und zu einem
guten Ende zu führen?
Marco Mandrioli:
Meiner Meinung nach sollten die Spieler im Runderneuerungsgeschäft in zwei Richtungen agieren. Erstens sollte hohe Qualität mit
guten Dienstleistungen angeboten werden zusammen mit zweitens, einem starken
Support und Trainingsunterstützung, so dass die wahren Vorteile des Gebrauchs eines
guten, runderneuerten Reifens
besser vermittelt werfen können. Marangoni und Ellerbrock promoten bereits seit Jahren die
Ringtread-Technologie durch ein Netzwerk von qualifizierten Ringnet-Partnern.
Diese können europaweit miteinander und dem Endverbraucher interagieren und
ihnen so die Möglichkeit geben, die richtige und beste Entscheidung zu treffen.
NEUEREIFENZEITUNG:
Gibt es Märkte oder Marktsegmente, die von den Veränderungen
anders betroffen sind als andere?
Marco Mandrioli:
Generell kann man das Problem der billigen Importreifen in ganz Europa vorfinden, auch in den östlichen Ländern. Es ist allerdings eine Tatsache, dass das Qualitätssegment der
Runderneuerung von diesem Phänomen nicht berührt wird.
NEUE REIFENZEITUNG:
Haben die Kalt- wie auch die Heißrunderneuerung eine Zukunft?
Marco Mandrioli:
Beides sind sicherlich reife und konsolidierte Technologien. Selbst wenn wir von einem nicht nennenswert wachsenden Markt ausgehen, glaube ich, dass beide eine Zukunft haben, sollten sie das hohe Qualitätsniveau der runderneuerten Produkte halten.
NEUEREIFENZEITUNG:
Was die Marktanteile betrifft, wie hat sich das Verhältnis von Kalt- und Heißrunderneuerung in Europa während der vergangenen Jahre entwickelt?
Marco Mandrioli:
Das Gesamtverhältnis in Europa hat sich grundsätzlich nicht verändert. Die Heißrunderneuerung hat dort leicht zugenommen, wo es
hierfür eine Tradition gibt. Die Kalterneuerung hat hingegen in den
osteuropäischen Märkten zugenommen. NEUEREIFENZEITUNG:
Wie stellt sich Ihr Unternehmen auf
solche Veränderungen ein? Marco
Mandrioli:
Marangoni ist seit mehr als 30
Jahren der einzige Runderneuerer,
der beide Verfahren in großem Stil
praktiziert. Dies ist einer der
größten Unterscheidungsfaktoren zu
anderen, wichtigen Marktteilnehmern,
die sich lediglich auf eins der
beiden Verfahren konzentrieren. NEUEREIFENZEITUNG:
Wie wichtig ist das Flottengeschäft
in punkto Runderneuerung? Marco
Mandrioli:
Große und sehr große Flotten stellen lediglich 20 Prozent des europäischen Marktes. Als Konsequenz daraus ist es für uns sehr wichtig, dass sich Marangoni Retreading System auch um die verbleibenden 80 % kümmert.
Quelle:
Neue Reifenzeitung 06/2006 (Retreading
Special)
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