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Marangoni: In beiden Marktsegmenten aktiv 

 

 

Im Gespräch mit der NEUE REIFENZEITUNG erläutert Marco Mandrioli, neuer Sales and Marketing Director bei Marangoni Tread sowie Geschäftsführer der Elllerbrock Reifenrunderneuerungs-Technologie GmbH, welche Marktentwicklungen die Branche europaweit treffen und wie der italienische Konzern auf die neuen Herausforderungen reagiert.


NEUE REIFENZEITUNG:
Europäische Marktdaten zeigen, dass das Lkw-Runderneuerungsgeschäft einiges an Boden zu Neureifenherstellern verloren hat Was ist der Grund für diese Entwicklung?


Marco Mandrioli:
Wenn wir uns den gesamt europäischen Markt ansehen, also West- und Osteuropa, dann ist dieser Trend belegt Nicht aber während der letzten Jahre, In 2005 ging der Lkw-Neureifenmarkt um fünf Prozent zurück und der Lkw-Runderneuerungsmarkt blieb praktisch stabil. In den vergangenen Jahren haben wir eine Verringerung bei den Runderneuerungen nur in einigen wenigen Märkten wie etwa Italien oder Großbritannien erlebt.

 

 
 

NEUE REIFENZEITUNG:
Was war nach Ihrem Dafürhalten die bedeutendste Veränderung auf dem europäischen Runderneuerungsmarkt im vergangenen Jahr? 

Marco Mandrioli: 
Es gibt zwei bedeutende Signale. Erstens, nach etwa zehn Jahren hörte der Runderneuerungsmarkt auf zu schrumpfen, und zweitens hat die unglaubliche Verteuerung von Rohstoffen und Energie die Profitabilität der Marktteilnehmer beeinflusst. Diese waren gezwungen, die Preise zwei, drei Mal pro Jahr anzuheben. 

NEUE REIFENZEITUNG:
Wie nachteilig ist der Import von Low-Budget-Lkw-Reifen aus dem Fernen Osten für die europäische Runderneuerungsindustrie?

Marco Mandrioli:
Zusätzlich zur schlechten Qualität dieser importierten Produkte ist das eigentliche Problem, dass diese Reifen nicht runderneuerbar sind. Diese Tatsache verschlimmert die Karkassenknappheit noch weiter. 

NEUE REIFENZEITUNG:
Begehen Kunden einen Fehler, wenn sie billige Importe europäischen Runderneuerungen vorziehen?

Marco Mandrioli:
Ja natürlich. Viele mittlere, kleine und ganz, kleine Flotten analysieren nicht genau genug - oder gar nicht - die Kilometerkosten dieser nicht runderneuerbaren Reifen. Instinktiv vergleichen diese Flotten die Anschaffungskosten für einen billigen, neuen Importreifen mit einem Runderneuerten und verlieren dadurch die Möglichkeit eine gute Runderneuerung zu erhalten, deren Eigenschaften und Performance sowie Laufleistung denen eines qualitativ hochwertigen europäischen Neureifens entsprechen. 

NEUE REIFENZEITUNG:
Was wäre notwendig, um diesen Trend zu stoppen und zu einem guten Ende zu führen? 

Marco Mandrioli: 
Meiner Meinung nach sollten die Spieler im Runderneuerungsgeschäft in zwei Richtungen agieren. Erstens sollte hohe Qualität mit guten Dienstleistungen angeboten werden zusammen mit zweitens, einem starken Support und Trainingsunterstützung, so dass die wahren Vorteile des Gebrauchs eines guten, runderneuerten Reifens besser vermittelt werfen können. Marangoni und Ellerbrock promoten bereits seit Jahren die Ringtread-Technologie durch ein Netzwerk von qualifizierten Ringnet-Partnern. Diese können europaweit miteinander und dem Endverbraucher interagieren und ihnen so die Möglichkeit geben, die richtige und beste Entscheidung zu treffen.

NEUEREIFENZEITUNG:
Gibt es Märkte oder Marktsegmente, die von den Veränderungen anders betroffen sind als andere? 

Marco Mandrioli: 
Generell kann man das Problem der billigen Importreifen in ganz Europa vorfinden, auch in den östlichen Ländern. Es ist allerdings eine Tatsache, dass das Qualitätssegment der Runderneuerung von diesem Phänomen nicht berührt wird. 

NEUE REIFENZEITUNG: 
Haben die Kalt- wie auch die Heißrunderneuerung eine Zukunft? 

Marco Mandrioli: 
Beides sind sicherlich reife und konsolidierte Technologien. Selbst wenn wir von einem nicht nennenswert wachsenden Markt ausgehen, glaube ich, dass beide eine Zukunft haben, sollten sie das hohe Qualitätsniveau der runderneuerten Produkte halten. 

NEUEREIFENZEITUNG: 
Was die Marktanteile betrifft, wie hat sich das Verhältnis von Kalt- und Heißrunderneuerung in Europa während der vergangenen Jahre entwickelt? 

Marco Mandrioli: 
Das Gesamtverhältnis in Europa hat sich grundsätzlich nicht verändert. Die Heißrunderneuerung hat dort leicht zugenommen, wo es hierfür eine Tradition gibt. Die Kalterneuerung hat hingegen in den osteuropäischen Märkten zugenommen.

NEUEREIFENZEITUNG:
Wie stellt sich Ihr Unternehmen auf solche Veränderungen ein?

Marco Mandrioli:
Marangoni ist seit mehr als 30 Jahren der einzige Runderneuerer, der beide Verfahren in großem Stil praktiziert. Dies ist einer der größten Unterscheidungsfaktoren zu anderen, wichtigen Marktteilnehmern, die sich lediglich auf eins der beiden Verfahren konzentrieren.

NEUEREIFENZEITUNG:
Wie wichtig ist das Flottengeschäft in punkto Runderneuerung?

Marco Mandrioli:
Große und sehr große Flotten stellen lediglich 20 Prozent des europäischen Marktes. Als Konsequenz daraus ist es für uns sehr wichtig, dass sich Marangoni Retreading System auch um die verbleibenden 80 % kümmert. 

 

Quelle: Neue Reifenzeitung 06/2006 (Retreading Special)

 

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